Welche Probleme bringen Fingerverletzungen?

Fingerschiene wird vom Arzt angelegt
Sämtliche Verletzungen der Sehnen oder Kapseln wie auch Verstauchungen oder Verrenkungen der Finger erfordert auf jeden Fall eine Fingerschiene zum Ruhigstellen. Bildquelle: CHEN WS / Shutterstock.com

Die Finger sind täglich der Gefahr von Verletzungen ausgesetzt. Die hohe Belastung und der ständige Gebrauch machen eine Fingerverletzung im Alltag sehr wahrscheinlich. Informieren Sie sich über den Aufbau der Finger und die möglichen Verletzungsrisiken.

Finger sind unerlässlich für die Aufgaben des Alltags. Dabei sind die vier Finger ein klein wenig anders aufgebaut als der Daumen. Der kleine Finger, der Ring-, Mittel und der Zeigefinger bestehen aus dem ersten Fingerglied (Phalanx proximalis), dem zweiten Fingerglied (Phalanx media) und dem dritten Fingerglied (Phalanx distalis). Nur der Daumen hat kein zweites Fingerglied, sondern beinhaltet den Handknochen Ossa metarcapalia in seiner Struktur.

Oft müssen Finger oder Strukturen in und an den Fingern operativ wieder in Ordnung gebracht werden oder ein bestimmtes Gelenk am Finger muss für eine Zeit stillgelegt werden. Da dies im Alltag extrem schwer ist, da sich die Finger wie automatisch mit der Hand bewegen helfen Fingerschienen die betroffenen Areale zu schonen. Entzündungen können so in Ruhe abheilen und es kommt nicht erneut zu weiteren Belastungen und Fehlbewegungen. Für Verletzungen am Daumen gibt es spezielle Daumenbandagen.

Fingerschienen diverser Shops im Überblick

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Überlastung der Finger

Die meisten Probleme mit den Fingern entstehen durch Überbelastung. Das kann eine andauernde einseitige Belastung der Finger sein oder auch eine echte Überbelastung wie sie beim Tragen schwerer Gegenstände vorkommt. Typische Erkrankungen durch eine Überbelastung sind entzündliche Erkrankungen im Bereich der einzelnen Fingergelenke. Schmerzen in einem Gelenk werden medizinisch als Arthralgie oder Arthrodynie bezeichnet. Die Gelenke schmerzen, sind geschwollen und werden steif. Mit der Zeit und ohne Behandlung verschlimmern sich diese Symptome zunehmend. Grund dafür können gereizte und deshalb verdickte Sehnen, Bänder oder Muskeln sein.

Karpaltunnelsyndrom

Karpaltunnel Syndrom
Karpaltunnel Syndrom durch zu intensive Mouse-Arbeit. Bildquelle: Image Point Fr / Shutterstock.com

Eine weitere Erkrankung, die auf Überlastung zurückgeht, ist das Karpaltunnelsyndrom (Medianuskompressionssyndrom, Brachialgia paraesthetica nocturna). Durch die ständige Überbelastung im Bereich des Nervus Medianus an der Handwurzel kommt es zu einer Verdickung des Bandes und somit zu einer Enge, die den Nerv schädigen kann. Nach einem operativen Eingriff muss die Hand eine Weile ruhig gestellt werden. Es kann aber auch sein, dass die Enge noch nicht soweit fortgeschritten ist, sodass man mit der Ruhigstellung der Hand und der Finger die Entzündung noch „in den Griff“ bekommen kann.

Überstreckung der Finger

Eine Überstreckung der Finger kann ebenfalls zu Schmerzen und Problemen führen. Dabei kann jeder Finger nach oben oder nach unten überstreckt werden. Normalerweise verhindern kleine Knorpelplatten (Fibrocartilago palmaris) das der Finger überstreckt. Bei einer viel zu starken Belastung durch Gewalt, einen Sturz oder das Auffangen mit entweder zu hoher Geschwindigkeit oder eines zu hohen Gewichts, kann diese Platte abreißen. Im Ballsport ist diese Verletzung relativ häufig zu finden. Auch Kapselrisse mit zusätzlichen Bänderrissen oder Dehnungen sind möglich.

Verrenkungen der Finger

Eine Verrenkung oder Verstauchung der Finger ist ebenfalls möglich. Man spricht auch von einer Fingerluxation. Von einer Verstauchung spricht man, wenn es zu einem Kapselanriss oder einer Zerrung dieser kommt. Eine Verrenkung bezeichnet das Zerreißen des Gelenks, bei welchem die Gelenkflächen keinen Kontakt mehr haben.

Fingerbrüche

Brüche (Frakturen) gehören ebenfalls zu Problemen, die schnell auftreten können. Durch einen Sturz oder Schlag können die Knochen in den Fingern brechen. Brüche kommen ebenfalls oft bei sportlichen Tätigkeiten vor.

Fingerschienen, egal welcher Art, kommen in der Regel bei entzündlichen Erkrankungen durch Überbelastung zum Einsatz oder in der Regenerationsphase nach einer Verletzung von Muskeln, Knochen, Sehnen und Bändern. Sie helfen, die Finger und angrenzende Gelenke so zu stabilisieren, dass der Heilungsprozess optimal verlaufen kann. Teilweise wird die Regeneration sogar durch das Tragen einer Schiene verkürzt.

Arthrose in den Fingern

Fingerschiene bei Arthrose
Schmerzen durch Arthrose in den Fingergelenken kann mit einer Fingerschiene gelindert werden. Bildquelle: Image Point Fr / Shutterstock.com

Im Falle einer Arthrose oder anderer degenerativer Erkrankungen der Fingergelenke, wie der Heberden- (Arthrose der Fingerendgelenke) oder Bouchard-Arthrose (Arthrose der Fingermittelgelenke) kommt es zu knorpeligen Verdickungen der Gelenke und im Laufe der Erkrankung zur Fehlstellung der Gelenke durch die Lockerung des Kapselbandapparates.

Morbus Dupuytren ist eine Erkrankung des Bindegewebes der Handinnenflächen. Durch immer weiter voranschreitende Verhärtung des Bindegewebes zieht dabei die Hand immer weiter zusammen.