Der Tennisarm: Berufskrankheit oder Sportverletzung?

Sportverletzungen sind keine Seltenheit. Viele Menschen in Deutschland verletzen sich jährlich bei den unterschiedlichsten Sportarten. Auch der Tennisarm ist gehört zu diesen Erkrankungen. Doch nicht immer ist Sport der Auslöser. Auch viele alltägliche Ursachen und monotone Bewegungen sind ein Grund, warum Patienten an einem Tennisarm leiden. Rund um die Erkrankung existieren allerdings auch einige Halbwahrheiten und viele Fehleinschätzungen. Bei auftretenden und anhaltenden Schmerzen im Arm sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, um eine richtige Behandlung einzuleiten und gegen die Schmerzen vorzugehen. Bei einem Tennisarm kann die Heilung zwar einige Wochen oder sogar Monate dauern, allerdings ist die Chance auf eine vollständige Heilung sehr hoch.

Was versteht man unter einem Tennisarm?

Der Tennisarm, auch als Tennis-Ellenbogen bekannt, ist eine schmerzhafte Entzündung des Sehnenapparats im Ellenbogen. Die medizinische Bezeichnung ist Epicondylitis. Die Schmerzen treten zu Beginn meist nur bei einer Belastung des entsprechenden Armes auf, zum Beispiel beim Anheben von Gegenständen. Nach einer Weile ist ein dauerhafter Schmerz spürbar. Weitere Symptome eines Tennisarms sind:

  • Dauerhaftes Schmerzgefühl im Bereich des äußeren Ellenbogens
  • Druckschmerz
  • Kraftverlust im Arm, in der Hand und in den Finger
  • Kribbeln in der Hand und/oder in den Fingern
  • Eventuell eine Ausweitung des Schmerzes in den Unterarm und das Handgelenk
  • Ein Sensibilitätsverlust um Arm
  • Ellenbogen kann nicht mehr ganz ausgestreckt werden (Bewegungseinschränkung)
  • Schwellungen und Hautrötungen

Die Behandlung sollte bei einem Tennisarm möglichst frühzeitig erfolgen, um weitere Schäden zu vermeiden und auf eine Operation verzichten zu können.

Wie entsteht ein Tennisarm?

Es gibt zahlreiche Symptome für einen Tennisarm. Fälschlicherweise und auch in Bezug auf den Namen wird oft angenommen, lediglich Sportarten wie zum Beispiel Tennisspielen führen zu der schmerzhaften Erkrankung. Diese Annahme ist allerdings falsch. Eine falsche Haltung und schlechte Ausrüstung beim Tennisspielen, sowie eine körperliche Überbelastung bei untrainierten Spielern, können natürlich zu einem Tennisarm führen, allerdings sind monotone und immer wiederkehrende Bewegungen im Alltag die häufigste Ursache bei Patienten mit einem Tennisarm.

So sind auch häufig Büromitarbeiter, die sich überhaupt nicht sportlich betätigen, betroffen. Die monotonen Bewegungen am Arbeitsplatz, die einseitige Belastung beim Benutzen der Maus oder beim Schreiben mit der Tastatur, und die oft falsche Körperhaltung, führen zu den Schmerzen im Arm. In einigen Ländern ist der Tennisarm aus diesem Grund sogar als Berufskrankheit anerkannt, zum Beispiel in Australien, Großbritannien oder der USA. Aber auch Musiker sind oft betroffen. Die eingeschränkte Haltung beim Klavier- oder Schlagzeugspielen können die Krankheit hervorrufen.

Weitere Risikofaktoren und Ursachen können außerdem sein:

  • Plötzliche und ruckartige Bewegung
  • Kurzeitig auftretende sehr starke Belastung des Arms bzw. des Ellenbogens
  • Frühere Erkrankungen, die nicht ausreichend behandelt oder nicht vollständig auskuriert wurden
  • Fehlhaltungen bei Arbeiten im Beruf, Haus oder Garten
  • Bestimmte Sportarten wie zum Beispiel Volleyball, Rudern, Tennis oder bestimmte Übungen im Kraftsport
  • Falsche Schlagtechniken bei bestimmten Sportarten
  • Ungesunde Schlafhaltung (Verwendung des betroffenen Armes als Kopfstütze)
  • Tätigkeiten, die zu einer einseitigen Belastung und zu einer monotonen Bewegung führen: Schreiben, Malerarbeiten, Montage von Gegenständen (Schraubendrehen) oder Zimmer- und Schreinerarbeiten
  • Häufiges Musizieren
  • Nebenwirkung eines Fluorchinolon-Antibiotikas

Die Ursachen sind also zahlreich und nicht nur Sportler sind betroffen. Bei Profi-Tennisspielern zum Beispiel, tritt diese Krankheit nur sehr selten auf. Die Sportler haben eine gute Muskulatur in den Ellenbogen und die Krankheit wird so vorgebeugt. Zudem haben die Spieler eine gute Ausrüstung und die richtige Schlagtechnik. Bei Hobby-Sportlern ist der Tennisarm hingegen wieder sehr viel häufiger vertreten, was auf eine der oben genannten Ursachen zurück zu führen ist.

Generell kann ein Tennisarm aber auch durch bestimmte Maßnahmen vorgebeugt werden, beziehungsweise das Risiko daran zu erkranken, gesengt werden:

  • Bei monotonen Bewegungen sollten regelmäßig Dehn- und Streckübungen ausgeübt werden
  • Langsamer Muskelaufbau in den Armen durch richtige Übungen
  • Monotone Bewegungen vermeiden
  • Beim Sport auf die richtige Technik achten
  • Die Ergonomie am Arbeitsplatz verbessern
  • Eine ausgewogene und gesunde Ernährung

Warum schmerzt ein Tennisarm?

Bei einem Tennisarm werden die Muskeln an der Außenseite des Ellenbogens überlastet. So entsteht eine Reizung der Sehne am äußeren Ellenbogen, genau genommen am Knochenvorsprung des Oberarmknochens. Eine Entzündung entsteht und die entsprechende Stelle beginnt zu schmerzen.

Durch eine einseitige Belastung entstehen zum Beispiel sogenannte Mikrotraumen oder Mikrorisse. Mikrotraumen bzw. Mikrorisse sind kleine unterschwellige Verletzungen des Gewebes. Das Gewebe kann bereits seit längerer Zeit beschädigt sein, ohne das bisher Schmerzen aufgetreten sind. Kommt es zu einem Tennisarm wird der schmerzhafte Reizzustand an das Gehirn übermittelt und das Schmerzempfinden steigt.

Betroffene nehmen nun oft eine verkrampfte Haltung ein oder versuchen den Schmerz zu Beginn der Erkrankung zu ignorieren. Eine Verschlechterung der Entzündung und der Verspannung sind die Folgen. Die Schmerzen nehmen zu und treten nun auch auf, wenn der Arm gar nicht mehr Belastet wird. Die verspannten Muskeln erzeugen einen durchgehenden Zug auf den Ansatz. Es kommt zudem zu weiteren Mikrorissen und Mikrotraumen. Der Schmerzverlauf zeigt, dass eine frühe Behandlung sinnvoll ist. Wird der Tennisarm rechtzeitig erkannt und behandelt, tritt schon nach geraumer Zeit eine deutliche Besserung auf und die Krankheit heilt vollständig aus.

Schmerzlinderung bei einem Tennisarm

Um die Schmerzen im Ellenbogen und im gesamten Arm zu lindern, kann es zuerst mit einer Kühlung durch Eis versucht werden. Bei akuten Entzündungen ist es immer wichtig die betroffene Stelle abzukühlen. Wärme ist in diesen Fällen nicht geeignet, anders als bei chronischen Erkrankungen. Sollte der Tennisarm bereits chronisch sein, ist eine Behandlung mit Wärme geeigneter.

Auch eine vorübergehende Ruhigstellung des Armes kann helfen. Eine Armschlinge, eine Bandage oder ein Verband können die Schmerzen lindern und sogar die Heilung fördern, da durch die Stützung der umgebenden Muskulatur eine Verkrampfung und damit Fortschreiten der Entzündung vermieden wird. Des Weiteren gibt es auch einige Salben und Cremes, die bei der Linderung helfen können. Es empfiehlt sich die Verwendung von Diclofenac-haltigen Salben und Cremes. Diese Salben werden bei mittleren Schmerzen und Entzündungen eingesetzt. Auch wenn vorübergehend eine Linderung der Schmerzen erreicht werden kann, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Bei einer falschen oder unzureichenden Behandlung kann der Tennisarm zu erheblichen Schäden führen und chronische Schmerzen hervorrufen.

Erste Hilfe Maßnahmen im Überblick:

  • Kühlung des Ellenbogens mit Eis oder Kühlbeuteln
  • Einreiben der schmerzenden Bereiche mit bestimmten Salben
  • Entzündungshemmende Medikamente
  • Den betroffen Arm mit Hilfe von Bandagen oder Verbänden ruhigstellen
  • Schonung des Armes
  • Leichte Dehnungen können sinnvoll sein
  • Krankengymnastik zu einem späteren Zeitpunkt

Behandlungsmöglichkeiten des Tennisarms

Für die Behandlung eines Tennisarms gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Generell lassen sich die Konservative Therapie und die operative Therapie des Tennisarms unterscheiden.

Konservative Therapie

Zu der konservativen Therapie zählen folgende Behandlungsmöglichkeiten:

  • Kältetherapie
  • Eine Behandlung mit Stoßwellen
  • Krankengymnastik
  • Injektion bestimmter Medikamente in den Sehnenansatz
  • Entzündungshemmende Medikamente
  • Reizstrom
  • Nutzung einer effektiven Bandage

Es empfiehlt sich, immer zuerst eine konservative Therapie zu versuchen, bevor ein operativer Eingriff in Betracht gezogen wird. Wichtig ist, dass der Arm dabei ruhiggestellt wird. Früher wurde den Patienten dafür oft ein Gips empfohlen, allerdings ist diese Behandlungsmethode mittlerweile sehr umstritten. Bei einem eingegipsten Arm kommt er sehr schnell zu Muskelschwund. Dies sollte allerdings vermieden werden, da nach der Genesung die Muskulatur wieder aufgebaut werden muss und der Patient dadurch erneut an einem Tennisarm erkranken könnte.

Besser ist es, wenn der betroffene Arm durch Bandagen oder eine Armschlinge ruhiggestellt wird. Durch die vorübergehende Bewegungseinschränkung des Armes können die Entstandenen Mikrorisse und Mikrotraumen abheilen. Eine Kühltherapie kann unterstützend wirken und die Heilung beschleunigen. Auch ein Ultraschall oder eine Behandlung mit Stoßwellen oder Quermassagen führen zu einer Schmerzlinderung und einer Entspannung der Muskeln. Sollten diese Therapieformen nicht zu einer Schmerzlinderung führen, dann können zusätzlich auch entzündungshemmende Medikamente zum Beispiel Ibuprofen oder Diclofenac verwendet werden oder lokale Betäubungsmittel direkt in die entsprechende Stelle gespritzt werden. Ist allerdings durch konservative Therapieformen keine Heilung zu erreichen, muss der Tennisarm operativ behandelt werden.

Operative Therapie

Die Operation ist der letzte Schritt bei der Behandlung eines Tennisarms. Meist führt der chirurgische Eingriff zu einer Besserung, eine Heilung kann allerdings nicht garantiert werden. Der Eingriff ist sehr kurz und dauert in der Regel 45 Minuten. Der Arm wird etwas 5 cm weit über dem Ellenbogengelenk aufgeschnitten. Durch eine Manschette kann starkes Bluten verhindert werden. Die Ärzte wenden häufig die Operations-Methode nach Hohmann an: Der entzündete Ursprung an der Sehen wird mit einem Messer entfernt. Die Vernarbung des Muskels führt dazu, dass dieser einige Zentimeter entfernt neu ansetzt. So wird die Spannung, die auf den Muskel wirkt genommen und die schmerzhafte Stelle heilt aus.

Bei einer anderen Methode, nach Wilhelm, werden dem Patienten die Nerven im Ellenbogen durchtrennt und somit die Schmerzleitung unterbrochen. Nach der Operation ist das Tragen eines Gipses für wenige Wochen sinnvoll, zudem werden auch weiterhin schmerzlindernde Medikamente verabreicht.

Jede Operation bringt auch immer bestimmte Risiken mit sich. Dazu gehören:

  • Wundheilstörungen oder Entzündungen an der Schnittstelle
  • Infektionen
  • Lähmungserscheinungen
  • Taubheitserscheinungen

Nach einer erfolgreichen Behandlung sollten die Patienten vorbeugende Maßnahmen ergreifen um nicht erneut an einem Tennisarm zu erkranken. Es kann zudem dazu kommen, dass das Ausüben bestimmter Sportarten (zum Beispiel Tennis) nicht mehr möglich ist oder der Arzt empfiehlt darauf zu verzichten.

Die besten Tennisarm Manschetten

Mit Hife einer Tennisarm-Manschette, kann man der Verletzung effektiv begegnen. Nicht nur werden die Schmerzen reduziert sondern der Arm ist mit der Manschette auch wieder leistungsfähiger. Dazu wird die Heilung des Tennisarms effektiv gefördert.

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