Bandagen bei einer Sehnenscheidenentzündung

Sehnenscheidenentzündung
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Man bemerkt sie immer erst, wenn sie Probleme machen; die Sehnenscheiden. Sie sind allerdings in allen Gelenkgegenden zu finden und sorgen dafür, dass alle Bewegungen reibungslos ablaufen.

Ganz allgemein stellen die Sehnen im Körper die Verbindung zwischen den Muskeln und den Konchen dar. Ein Muskel geht in die Sehne über, welche dann ihrerseits mit dem Knochen verwachsen ist. Über die Sehnen findet also die Kraftübertragung von den Muskeln auf das Skelett statt. Sie werden somit ständig beansprucht. Damit die Sehnen nicht bei jeder Bewegung über den Knochen schleifen und sich abnutzen sind sie von einer Hülle aus Bindegewebe umgeben. Diese Hülle ist die Sehnenscheide, die im Fachjargon auch als Vagina tendinis bezeichnet wird. Durch sie wird die Gleitfähigkeit der Sehne gewährleistet und eine Abnutzung verhindert.

Empfehlenswerte Bandagen bei Sehnenscheidenentzündung

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Entzündung der Sehnen durch Überbeanspruchung

Zu einer Sehnenscheidenentzündung kommt es immer dann, wenn die Sehne überlastet wird. Das kann zum Beispiel beim Sport passieren, kommt aber auch bei ganz normalen Beschäftigungen im Alltag vor. Besonders häufig sind Sehnenscheidenentzündungen im Bereich des Handgelenks und der Fingern. Dabei sind hauptsächlich Personen, die viel am PC arbeiten betroffen. Grundsätzlich kann aber jedes Gelenk betroffen sein.

Die Sehnenscheidenentzündung äußert sich zunächst durch bewegungsabhängige Schmerzen, später kommen Druckschmerzen und eine Schwellung dazu. Zusätzlich kann man oft Verdickungen tasten und es entsteht ein knirschendes Geräusch, da die Sehne am Knochen reibt. Dass die Sehnenscheidenentzündung an Hand – und Fußgelenken häufig so stark ausgeprägt ist, liegt mitunter auch am sogenannten Ringband (Retinaculum tendinae). In den beiden Regionen kommen die Sehnen vieler kleiner Muskeln zusammen und ziehen dann weiter zur Hand bzw. um Fuß. Das Ringband bündelt die Sehnen oberhalb der Sehnenscheiden, damit die einzelnen Sehnen nicht verrutschen können. Durch diese Kompression kommt es bei Überlastung besonders schnell zur Entzündung.

Neben der Überlastung kann auch eine rheumatische Erkrankung der Grund für die Beschwerden sein. Des Weiteren kann die Entzündung auch bakteriell bedingt sein, das ist aber nur sehr selten der Fall. Unabhängig von der Ursache ist es ratsam, bei Beschwerden rasch einen Arzt aufzusuchen. Die Diagnose ist recht unkompliziert, aufwändige bildgebende Verfahren wie etwa ein MRT sind in der Regel nicht nötig. Wird der Arztbesuch jedoch hinaus gezögert, besteht die Gefahr, dass die Sehnenscheidenentzündung chronisch wird oder sich ausbreitet. Außerdem kann es zu degenerativen Veränderungen der Sehnenscheide kommen.

Sehnenscheidenentzündungen am Körper

Sehnenscheidenentzündungen treten vor allem an den Stellen am Körper auf, die sowieso schon stark beansprucht werden wie Hand, Arm oder Fuß. Die Sehnen verbinden ja Knochen und Muskeln miteinander und können bei Überbeanspruchung bei zum Beispiel Sport oder körperlicher Belastung im Beruf sich entzünden und dadurch Wasser einlagern. Das typische Symptom einer Sehnenscheidenentzündung ist ein Schmerz bei Bewegung bei auf Druck oder auch schon in Ruhe.

  • Hand bzw. Handgelenk: hier sind meist die Schmerzen im Handgelenk zu spüren, da durch das Handgelenk die Sehnen verlaufen, die die Hand- und Armmuskeln verbinden
  • Finger: wenn, dann ist meist der Daumen betroffen, zum Beispiel bei Überbeanspruchung beim Skifahren (sogenannter „Skidaumen„)
  • Unterarm: Armbeschwerden machen sich durch typisches Ziehen im Unterarm bemerkbar durch z.B. übertriebenes Üben mit Streichinstrumenten oder Tennisspielen (sogenannter „Tennisarm„)
  • Fuß: zwar seltener aber ebenso schmerzhafte Behinderungen im Knöchel bzw. Sprunggelenk, hervorgerufen durch z.B. übertriebenen Sport in Sportarten wie Fuß-, Basketball, Hockey, Skifahren oder Skifahren.

Therapien bei einer Sehnenscheidenentzündung

Zur Therapie stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. In jedem Fall muss das betroffene Gelenk mittels einer Bandage ruhig gestellt werden. In leichten Fällen reicht das schon aus, meist müssen aber zusätzlich entzündungshemmende Schmerzmittel eingenommen werden. Zusätzlich kann Cortison an die betroffene Stelle gespritzt werden. Zeigen sich durch den konservativen Ansatz keine Besserungen, muss die betroffene Stelle operiert werden, um die Kompression der Sehne zu beseitigen.

Aufgrund des Verletzungshergangs und der häufigen Lokalisation im Bereich des Handgelenks wird die Sehnenscheidenentzündung oftmals mit dem Karpaltunnel-Syndrom verwechselt. Dieses kann ebenfalls durch starke Belastung und Kompression entstehen, bei der betroffenen Struktur handelt es sich jedoch nicht um eine Sehne sondern um einen Nerv. Symptomatisch beginnen beide Erkrankungen mit Schmerzen im Handgelenk. Wenn jedoch zusätzlich noch Lähmungserscheinungen oder Kribbeln in den ersten drei Fingern dazu kommen, so handelt es sich wahrscheinlich eher um das Karpaltunnel-Syndrom. In diesem Fall muss dann in der Regel operiert werden.

Wann macht eine Bandage bei einer Sehnenscheidenentzündung Sinn?

Die allermeisten Patienten, die an einer Sehnenscheidenentzündung leiden, werden eine Bandage benötigen. Wie diese aussieht, ist in der Regel vom Schweregrad der Entzündung abhängig.

Der Sinn einer Ruhigstellung ist, zu verhindern, dass sich die Sehne weiterhin bewegt. Immer, wenn sie über den Knochen oder die umgebende Hülle reibt, verschlimmert das den Zustand der Sehnenscheide und damit auch die Entzündung. Während der Ruhigstellung hat der Körper Zeit, die Entzündung zu beseitigen, Flüssigkeit aus dem Gewebe zu entfernen und gegebenenfalls die beschädigte Sehnenscheide auszubessern.

Physiotherapeutische Behandlung als Ergänzung

Mit der Bandage allein ist das Problem allerdings noch nicht gelöst. Wer schon einmal einen Gips, eine Bandage oder eine Schiene über einen längeren Zeitraum getragen hat, weiß, dass das betroffene Körperteil nach dem Ende der Immobilisierung nicht sofort wieder einsatzfähig ist. Meist ist das betroffene Gelenk sehr steif und schwach und es bedarf erst noch einer physiotherapeutischen Behandlung. Ob diese Behandlung notwendig ist, hängt natürlich davon ab, wie lange die Schiene getragen werden muss. Der Zeitraum wiederum wird je nach Schweregrad der Sehnenscheidenentzündung festgelegt.

Im Fall einer OP sieht es etwas anders aus als bei der konservativen Therapie. Meist wird auch hier eine Bandage angelegt, diese wird aber schon im Lauf der ersten Woche nach der OP wieder abgenommen. Hier wird ausdrücklich von einer Schiene oder Bandage über einen längeren Zeitraum abgeraten. Bei den meisten Betroffenen ist jedoch die konservative Therapie völlig ausreichend.

Modelle der Bandagen bei Sehnenscheidenentzündung

Wie genau die Bandage aussieht, ist natürlich von der betroffenen Stelle abhängig. Wenn zum Beispiel nur die Sehne des Daumens betroffen ist, muss auch nur diese geschient werden. Es gibt Schienen und Bandagen für einzelne Finger, sodass die Hand an sich noch weitestgehend benutzt werden kann.

Die weitere Auswahl der Bandage ist dann vor allem vom Schweregrad der Sehnenscheidenentzündung abhängig. Bei leichten Fällen werden in der Regel Bandagen gewählt, die nur ein Band zur Stabilisation besitzen. Dafür enthalten diese Versionen meist mehrere Pelotten. Das sind gelartige Polsterungen, welche die entzündete Stelle massieren sollen. Dadurch wird das Abschwellen beschleunigt.

Mit jeder höheren Stufe wird die Bandage stabiler und führt damit zu einer stärkeren Einschränkung der Beweglichkeit. Die nächsthöhere Version besitzt dann in der Regel einen Stab anstelle des Bandes. Dadurch kann das Gelenk kaum noch abgeknickt werden. Dennoch sind meist Pelotten vorhanden, um die betroffene Stelle zu polstern und zu massieren.

Bei schweren Sehnenscheidenentzündungen muss oft die vollständige Immobilisierung eingesetzt werden. Die Bandagen sind dann mit mehreren Stäben ausgestattet. Der Fokus liegt dabei auf der Stabilisation und kaum noch auf der Massage. Die vorhandenen Polster dienen also eher dem Komfort. Diese Schienen werden zum Teil auch bei Fissuren und leichteren Knochenbrüchen eingesetzt.

Wichtig ist, dass der Schweregrad richtig eingeschätzt wird. Wenn zum Beispiel unnötigerweise die gesamte Hand über einen längeren Zeitraum nicht bewegt wird, muss auch die ganze Hand mit physiotherapeutischen Übungen nach Abnehmen der Bandage wieder aktiviert werden. Dadurch würde sich die Wiederherstellung der Funktion hinauszögern, was sehr ärgerlich wäre.

Generell gibt es eine sehr große Vielfalt was die Bandagen und Schienen angeht. Bei allen wird jedoch darauf geachtet, dass sie so unkompliziert wie möglich sind. So sollte die betroffene Person zum Beispiel immer in der Lage sein, die Bandage selbständig aus zu ziehen und wieder an zu legen. Außerdem sind in der Regel Belüftungslöcher vorhanden, sofern das Material nicht selbst atmungsaktiv ist. So soll verhindert werden, dass der Träger der Bandage darunter zu viel schwitzt.

Kriterien für eine gute Bandage zur Stabilisierung der Sehnen

Richtiger Sitz

Da die Sehnenscheidenentzündung ja durch Kompression erst richtig verschlimmert wird, muss die Bandage auf jeden Fall richtig sitzen. Sie muss auf der einen Seite die Immobilisierung des Gelenks gewährleisten, darf aber nicht zu sehr auf die entzündete Stelle drücken. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass das Material der Bandage zumindest teilweise elastisch ist. So kann sie sich der verletzten Stelle optimal anpassen.

Gute Gelenkstabilisation

Die Bandage muss also bequem sitzen, die nötige Stabilität des Gelenks muss aber dennoch sichergestellt werden. Die betroffene Person darf nicht das Gefühl haben, die Bandage so eng wie möglich einstellen zu müssen, um einen Effekt zu verspüren. Dadurch entsteht die Gefahr, dass Blutgefäße oder Nerven eingeklemmt werden. Wer sich nicht sicher ist, ob die Bandage zu eng eingestellt ist kann folgende Tests machen. Zum einen kann man mit den Fingern auf einen Nagel der bandagierten Hand drücken, sodass die Farbe entweicht. Nach Loslassen des Fingers muss das Nagelbett innerhalb von zwei Sekunden wieder die ursprüngliche Farbe einnehmen. Außerdem müssen alle nicht bandagierten Finger normal bewegt werden können und die Hand darf sich nicht taub anfühlen. Trifft eines dieser Dinge nicht zu, so ist die Bandage definitiv zu eng.

Manuelle Verstellmöglichkeit

Des Weiteren muss die Bandage manuell verstellbar sein. Nur so kann sie effektiv an die betroffene Person angepasst werden. Zudem muss sie eventuell auch während des Tragens verstellt werden können, wenn zum Beispiel die Schwellung nachlässt.

Atmungsaktives, waschbares Material

Außerdem sollte das Material atmungsaktiv sein oder alternative Möglichkeiten der Belüftung bieten. Dadurch schwitzt die betroffene Person unter der Bandage weniger, wodurch die Bandage auch etwas hygienischer ist. Ebenfalls in puncto Hygiene zu erwähnen ist die Waschbarkeit. Die Schiene sollte zumindest von Hand gewaschen werden können. Auch wenn eine Sehnenscheidenentzündung keine offene Verletzung ist, sollte doch die grundsätzliche Hygiene gewährleistet werden.

Am besten und einfachsten ist es, sich vom behandelnden Facharzt beraten zu lassen. Dieser kann auch ein Rezept für die passende Bandage ausstellen, sodass man auf jeden Fall das richtige Produkt kauft und verwendet.

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