Das Handgelenk macht extrem viele Bewegungen möglich. Dazu gehört beim proximalen Handwurzelgelenk eine Beugung Richtung Handfläche um rund 80 Grad (Palmarflexion). Dann eine Streckung Richtung Handrücken um etwa 70 Grad (Dorsalextension). Darüber hinaus sind Abspreizbewegungen Richtung Speiche/Daumenseite als auch in Richtung Elle möglich. Diese Bewegungen nennt man Radialabduktion bzw. Ulnarabduktion. Die übrigen Gelenke sind relativ steif und verfügen nur über geringfügige Bewegungsmöglichkeiten.

Übersicht an Verletzungen am Handgelenk

Handgelenksverletzung: Karpaltunnelsyndrom
Durch immer mehr Computerarbeit verbreitet sich das Karpaltunnelsyndrom – hier ist nur mit Ruhigstellung durch eine Handgelenkbandage Abhilfe zu schaffen. BIldquelle: interstid / Shutterstock.com

Das Handgelenk (Articulatio composita) ist die Verbindungsstelle von Arm und Hand. Es besteht aus mehreren Gelenken, nämlich dem Gelenk zwischen Speiche und Handwurzelknochen (Articulatio radiocarpalis, „proximales Handgelenk“) und dem Gelenk zwischen beiden Reihen der Handwurzelknochen (Articulatio mediocarpalis, „distales Handgelenk“). Dazu kommen noch die Gelenke innerhalb der Handwurzelknochen zueinander (Interkarpalgelenke). Des Weiteren schließt das Handgelenk mit den Gelenken zwischen den Handwurzelknochen und den Mittelhandknochen (Karpometakarpalgelenke und Intermetakarpalgelenke) ab. Das bedeutet, dass auch jede Menge Sehnen, Bänder und Muskeln zum Handgelenk gehören.

Probleme mit dem Handgelenk können bei so viel Spielraum und so vielen Teilelementen mannigfach sein. Die häufigsten Probleme mit dem Handgelenk sind allerdings Brüche, Sehnenprobleme oder Degenerationserscheinungen.

Brüche – häufige Handgelenksverletzungen

Brüche sind häufigen Handgelenksverletzungen kommen meistens am oberen Ende der Speiche vor, welche nah am eigentlichen Gelenk liegt. Ein Bruch hier legt durch die Begleiterscheinungen das ganze Handgelenk lahm. Auch die Handwurzelknochen können bei einem Sturz oder Unfall brechen. Meistens kommt es allerdings zu Sehnenverletzungen und solcher der Bänder.

Bänderrisse

Bänderrisse oder Überstreckungen und Überdehnungen können schnell passieren. Ein Sturz bei dem man sich ungünstig abstützt oder ein Gegenstand den man falsch auffängt und schon Dehnen und Strecken sich Bänder weiter als sie sollen.

Sehenscheidenentzündung

Auch eine Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) kann im Handgelenk vorkommen. Dabei entzündet sich eine Sehne und verdickt sich. Es kommt zu Schmerzen und einer eingeschränkten Bewegungsfähigkeit.

Karpaltunnelsyndrom – häufige Handgelenksverletzungen

Eine weitere und weit verbreitete Erkrankung der Bänder am Handgelenk ist das Karpaltunnelsyndrom. Hierbei wird der Nervus medianus eingeengt und kann die Finger nicht mehr oder nur eingeschränkt koordinieren. Hilfreich ist eine Handgelenkbandage.

Ein Ganglion oder auch Überbein ist eine Zyste, die unter der Haut vorkommt und welche dann auf bestehende Strukturen drücken kann. Je nach Lage und Größe des Ganglions können Gelenkteile oder auch Nerven abgedrückt und beeinträchtigt werden.

Entzündliche Prozesse

Bei einem so vielseitig beschäftigten Gelenk kann es durch Überlastung oder Fehlbelastungen auch zur Arthrose kommen. Einem Verlust von Knorpelmasse, welcher letztendlich zu Entzündungen und Verschleiß führt. Typisch ist hier die Daumensattelgelenkarthrose (Rhizarthrose).

Auch rheumatoide Erkrankungen können den Gelenken innerhalb des Handgelenks zusetzen. Auch hier führen Entzündungen zu Schmerzen und einer eingeschränkten Bewegung.

Christian Finke
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