Finger sind unerlässlich für die Aufgaben des Alltags. Dabei sind die vier Finger ein klein wenig anders aufgebaut als der Daumen. Der kleine Finger, der Ring-, Mittel und der Zeigefinger bestehen aus dem ersten Fingerglied (Phalanx proximalis), dem zweiten Fingerglied (Phalanx media) und dem dritten Fingerglied (Phalanx distalis). Nur der Daumen hat kein zweites Fingerglied, sondern beinhaltet den Handknochen Ossa metarcapalia in seiner Struktur.

Jeder Finger wird von einer Reihe Muskeln und Sehnen in seiner Bewegung unterstützt. Das korrekte Zusammenspiel aller Sehnen und Muskeln macht alltägliche Arbeiten mit dem Greifen, dem Halten, dem Tippen und vielen weiteren Abläufen erst möglich. Dabei hat jeder Finger zwei Gelenke (Fingermittelgelenk und Fingerendgelenk) und ein Gelenk (Fingergrundgelenk), über welches er mit der Hand verbunden ist. Jedes Gelenk beinhaltet zusätzlich mehrere Sehnen, Sehnenscheiden und Bänder.

Insgesamt bietet der komplexe Aufbau der Finger auch jede Menge Ansatz für mögliche Probleme und Erkrankungen. Da es hier viele Gelenke gibt, sind entzündliche Erkrankungen wie Rheuma, Gicht, Arthrose und Arthritis möglich. Doch auch Sehnenabrisse (Rupturen) oder Teilrupturen kommen häufig vor. Darüber hinaus können auch die Muskeln von einem Abriss oder Teilabriss betroffen sein. Auch Überdehnungen, Überreizungen, Zerrungen und Brüche sind ebenfalls möglich. Ein häufiges Problem sind Schnappfinger (Tendovaginitis stenosans). Die Ursache liegt oft an einer Überbelastung der Finger, wie sie bei Handwerkern vorkommt.

Oft müssen Finger oder Strukturen in und an den Fingern operativ wieder in Ordnung gebracht werden oder ein bestimmtes Gelenk am Finger muss für eine Zeit stillgelegt werden. Da dies im Alltag extrem schwer ist, da sich die Finger wie automatisch mit der Hand bewegen helfen Fingerschienen die betroffenen Areale zu schonen. Entzündungen können so in Ruhe abheilen und es kommt nicht erneut zu weiteren Belastungen und Fehlbewegungen.

Probleme mit den Fingern

Die meisten Probleme mit den Fingern entstehen durch Überbelastung. Das kann eine andauernde einseitige Belastung der Finger sein oder auch eine echte Überbelastung wie sie beim Tragen schwerer Gegenstände vorkommt. Typische Erkrankungen durch eine Überbelastung sind entzündliche Erkrankungen im Bereich der einzelnen Fingergelenke. Schmerzen in einem Gelenk werden medizinisch als Arthralgie oder Arthrodynie bezeichnet. Die Gelenke schmerzen, sind geschwollen und werden steif. Mit der Zeit und ohne Behandlung verschlimmern sich diese Symptome zunehmend. Grund dafür können gereizte und deshalb verdickte Sehnen, Bänder oder Muskeln sein.

Karpaltunnel Syndrom

Karpaltunnel Syndrom durch zu intensive Mouse-Arbeit. Bildquelle: Image Point Fr / Shutterstock.com

Eine weitere Erkrankung, die auf Überlastung zurückgeht, ist das Karpaltunnelsyndrom (Medianuskompressionssyndrom, Brachialgia paraesthetica nocturna). Durch die ständige Überbelastung im Bereich des Nervus Medianus an der Handwurzel kommt es zu einer Verdickung des Bandes und somit zu einer Enge, die den Nerv schädigen kann. Nach einem operativen Eingriff muss die Hand eine Weile ruhig gestellt werden. Es kann aber auch sein, dass die Enge noch nicht soweit fortgeschritten ist, sodass man mit der Ruhigstellung der Hand und der Finger die Entzündung noch „in den Griff“ bekommen kann.

Fingerschiene

Sämtliche Verletzungen der Sehnen oder Kapseln wie auch Verstauchungen oder Verrenkungen der Finger erfordert auf jeden Fall eine Fingerschiene zum Ruhigstellen. Bildquelle: CHEN WS / Shutterstock.com

Eine Überstreckung der Finger kann ebenfalls zu Schmerzen und Problemen führen. Dabei kann jeder Finger nach oben oder nach unten überstreckt werden. Normalerweise verhindern kleine Knorpelplatten (Fibrocartilago palmaris) das der Finger überstreckt. Bei einer viel zu starken Belastung durch Gewalt, einen Sturz oder das Auffangen mit entweder zu hoher Geschwindigkeit oder eines zu hohen Gewichts, kann diese Platte abreißen. Im Ballsport ist diese Verletzung relativ häufig zu finden. Auch Kapselrisse mit zusätzlichen Bänderrissen oder Dehnungen sind möglich.

Eine Verrenkung oder Verstauchung der Finger ist ebenfalls möglich. Man spricht auch von einer Fingerluxation. Von einer Verstauchung spricht man, wenn es zu einem Kapselanriss oder einer Zerrung dieser kommt. Eine Verrenkung bezeichnet das Zerreißen des Gelenks, bei welchem die Gelenkflächen keinen Kontakt mehr haben.

Brüche (Frakturen) gehören ebenfalls zu Problemen, die schnell auftreten können. Durch einen Sturz oder Schlag können die Knochen in den Fingern brechen. Brüche kommen ebenfalls oft bei sportlichen Tätigkeiten vor.

Fingerschienen, egal welcher Art, kommen in der Regel bei entzündlichen Erkrankungen durch Überbelastung zum Einsatz oder in der Regenerationsphase nach einer Verletzung von Muskeln, Knochen, Sehnen und Bändern. Sie helfen, die Finger und angrenzende Gelenke so zu stabilisieren, dass der Heilungsprozess optimal verlaufen kann. Teilweise wird die Regeneration sogar durch das Tragen einer Schiene verkürzt.

Fingerschiene bei Arthrose

Schmerzen durch Arthrose in den Fingergelenken kann mit einer Fingerschiene gelindert werden. Bildquelle: Image Point Fr / Shutterstock.com

Im Falle einer Arthrose oder anderer degenerativer Erkrankungen der Fingergelenke, wie der Heberden- (Arthrose der Fingerendgelenke) oder Bouchard-Arthrose (Arthrose der Fingermittelgelenke) kommt es zu knorpeligen Verdickungen der Gelenke und im Laufe der Erkrankung zur Fehlstellung der Gelenke durch die Lockerung des Kapselbandapparates.

Morbus Dupuytren ist eine Erkrankung des Bindegewebes der Handinnenflächen. Durch immer weiter voranschreitende Verhärtung des Bindegewebes zieht dabei die Hand immer weiter zusammen.

Wann machen Fingerschienen Sinn?

Je nach Art und Ort der Verletzung der Verletzung werden unterschiedliche Schienen für die Finger eingesetzt. Wer am oberen Fingerglied eine Verletzung erlitten hat oder bei wem dort eine entzündliche Veränderung vorliegt, der kann mithilfe einer Stack-Schiene behandelt werden. Sie kommt vor allem bei Strecksehnenrissen oder einem Hammerfinger (Beugestellung des Endgelenks) zum Einsatz. Diese werden meist nicht operativ behandelt, sondern können durch das Tragen der Stack-Schiene wieder korrigiert werden.

Bei Frakturen, Verrenkungen oder Stauchungen können ebenfalls Fingerschienen eingesetzt werden. Dabei können diese als therapeutische Maßnahme oder postoperativ zur Ruhigstellung genutzt werden.

Nach Beugesehnenverletzungen kommen ebenfalls Fingerschienen zum Einsatz. Sie halten den Finger in einer gebeugten Position, damit wer im Laufe der Heilung die Sehne nicht verkürzt. Man spricht bei dieser Art der Schienung eines Fingers von der Nachbehandlung nach Kleinert und von Kleinert-Schienen.

Wenn sich Fingergelenke durch eine Erkrankung oder einen Unfall unnormal verformt haben können Fingerschienen zur Korrektur der Fingerstellung eingesetzt werden. Vor allem bei Arthrosen wie der Heberden- und Bouchard-Arthrose kommen Fingerschienen zum Einsatz.

Zuletzt finden Fingerschienen im Sport immer wieder Verwendung. So kann man mit einer Zweifingerschiene aus Gummi oder Kunststoff dem verstauchten oder gezerrten Finger Stabilität und Halt bieten und ihn vor weiteren Verletzungen schützen.

Fingerschienen und Fingerorthesen Modelle

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Arten von Fingerschienen. Sie alle sind in unterschiedlichen Größe und für die verschiedenen Finger zu bekommen.

Die Stack-Schiene oder Stack’sche-Schiene dient zur postoperativen Behandlung einer Streck- oder Beugesehne am Fingerendgelenk. Sie ist klein und besteht aus Gummi oder Kunststoff.

Zur gleichen Behandlung wird auch die Finger-Quengelschiene eingesetzt. Allerdings werden mit ihr sowohl letztes als auch das mittlere Fingergelenk geschient. Sie besteht aus Kunststoffhalterungen, die über Federn die nötige Spannung aufbaut. Weiche Polster dienen dem Tragekomfort.

Zur Ruhigstellung der Fingergelenke und des Handgelenks und zur Behandlung eines Karpaltunnelsyndroms wird eine Fingergelenkstütze genutzt. Sie umschließt das Handgelenk und die Hand samt Fingern und stellt alle Finger gleichzeitig ruhig. Sie ist aus festem Kunststoff mit weichen Polstern und diversen Schlaufen zum Ver- und Feststellen gefertigt.

Oval 8 Schienen oder Finger Splints werden zur Stabilisierung eines Fingergelenks genutzt. Es sind schlanke und dezente Gummiovale, welche einfach über ein Fingergelenk gezogen werden.

Eine weitere Art der Fingerschiene besteht aus zwei miteinander verbundenen elastischen Ringen mit unterschiedlichen Durchmessern. Sie fixieren einen verstauchten oder gezerrten Finger an einem Zweiten und sorgen so für Stabilität in den Gelenken. Sie werden besonders gerne bei sportlicher Betätigung genutzt.

Hand- oder Fingerorthesen kommen nur bei schwerwiegenden Fällen zum Einsatz. Zum Beispiel nach einer OP, einer Fraktur oder einer Ruptur. Danach müssen ein oder mehrere Finger für einen längeren Zeitraum stillgelegt werden. Ebenso im Falle von Morbus Dupuytren. Fingerorthesen oder Nachtschienen zur therapeutischen Behandlung können hier genutzt werden. Sie bieten sehr stabilen Halt und eine komplette Ruhigstellung der gewünschten Areale. Dafür sorgen harte Kunststoff- oder Metallschienen mit weicher Polsterung und diversen Schlaufen zum Verstellen. Auch ganze Handschuhe mit Inlays sind möglich.

Kriterien für gute Fingerschienen

  • Korrekte Schiene für das entsprechende Problem
  • stabiler Halt für optimale Stabilisierung
  • hoher Tragekomfort
  • optimale Passform
  • pflegeleicht
  • Polsterung bei großflächiger und längerer Anwendung
  • atmungsaktive Materialien

Fingerschienen Empfehlungen

Fingerschiene nach Stack


  • Die Fingerendgelenksschiene dient der Ruhigstellung des Fingerendgelenks in Hyperextension.
  • Die Schiene ist perforiert und kann durch diese Luftzirkulation Hautmazerationen entgegenwirken.
  • Bei Bedarf kann die Fingerendgelenksschiene mit diversen Polstermaterialien überzogen werden (nicht im Lieferumfang enthalten).
  • Material: Kunststoff
  • Befestigung mittels beiliegendem Klettband

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Oval 8 bzw. Finger Splint, 5er Packung


  • Hergestellt aus 1,6mm starkem, durchsichtigem Kunststoff ohne Nähte.
  • Können eingesetzt werden zur Korrektur bei Querabweichungen, Schwanenhalsdeformitäten, Boutonnière Deformität, zur Unterstützung beim Mallet Finger sowie Trigger Finger.
  • Zwei Oval-8 ® Fingerschienen können eingesetzt werden, um vollständige Immobilisation des PIP oder DIP zu erreichen.
  • Jede Oval-8® Fingerschiene passt auf eine volle Größe; bei Drehung um 180° kann eine halbe zusätzliche Größe erreicht werden.
  • Die Oval-8® Fingerschienen können in Ihrer Form leicht angepasst werden, indem sie mit einer Heißluftpistole punktuell erhitzt werden.

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Finger-Schiene von Quanquer


  • Geeignet für einen Fingerumfang von bis zu 7,6 cm.
  • Bietet Schmerzlinderung bei Fingerverletzungen.
  • Einfach, tragbar, und einfach an- und auszuziehen.
  • Herausnehmbarer Aluminium-Stab hält den Finger ruhig.
  • Entworfen für Komfort und eine schnelle Heilung.

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