Das Knie und typische Knieprobleme

Kniearthrose
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Dabei verbindet das Kniegelenk Oberschenkelknochen (Femur) und Unterschenkel/Schienbein (Tibia) miteinander. Darüber hinaus gehört auch die Kniescheibe (Patella) zu diesem Gelenk. Die Verbindung zwischen Schienbein und Oberschenkelknochen wird medizinisch als Femorotibiagelenk (Articulatio femorotibialis) bezeichnet und die Verbindung zwischen Oberschenkelknochen und Kniescheibe Femoropatellargelenk (Articulatio femoropatellaris). Die einzelnen Flächen sind wie bei allen Gelenken mit Knorpel versehen. Umgeben ist das Gelenk von einer zweischichtigen Gelenkkapsel (Capsula articularis). Dieser komplexe Aufbau macht das Knie anfällig für Verletzungen, von denen sich einige mit einer Kniebandage behandeln lassen.

Typische Knieprobleme

Für Gelenke typische Leiden wie Entzündungen, Abrisse oder Teilabrisse (Rupturen, Teilrupturen) oder ein degenerativer Knorpel und Knochenabbau sind auch beim Knie relativ häufig zu finden. Bei einer falschen Bewegung oder einer Überanstrengung kann es zu einer Zerrung (Distorsion), zu einer Verrenkung (Luxation)oder einem Bänderriss kommen. Auch ein Gelenkkapselriss ist möglich und schmerzhaft. Wird das Kniegelenk bei einer Bewegung über den möglichen Bewegungsradius hinaus gestreckt oder bewegt, geben Bänder, Muskeln oder Sehnen nach. Auch die Gelenkkapsel, mit der darin befindlichen Gelenkflüssigkeit, kann beschädigt werden.

Wer sich allein schon ganz normal durch den Alltag bewegt, kann sich stoßen oder auch mal stolpern und stürzen. Schon werden durch den Aufprall Strukturen im Knie gequetscht und es kommt zur Prellung oder sogar zum Bruch (Fraktur) eines Knochens.

Verschleiß im Kniegelenk und die Folgen

Wie bei allen Gelenken betrifft eine rheumatoide Erkrankung auch die Knie. Bei Autoimmunerkrankungen greifen die Immunzellen des Körpers diesen selbst an. Es kommt zu Entzündungen im ganzen Körper. Das führt zu Schwellungen, Schmerzen und einer eingeschränkten Beweglichkeit. Die rheumatoide Arthritis ist die bekannteste dieser Erkrankungen. Andere Erkrankungen wie Osteoporose oder Gicht können selbstverständlich auch die Knie betreffen.

Neben Autoimmunerkrankungen gehören auch degenerative Erkrankungen wie Arthrose zu den Ursachen für Knieprobleme. Bei der Kniearthrose (Gonarthrose) ist der Gelenkknorpel verschlissen und puffert die knöchernen Strukturen nicht mehr so gut gegeneinander ab. Teilweise kommt es zur Abnutzung der Knochensubstanz, was wiederum zu Entzündungen und Schmerzen führt.

Wie krankhafte Veränderungen zu ernsthaften Schäden führen können

Krankhafte Veränderungen können neben den Knochen und Knorpeln auch Sehnen und Bänder betreffen. Sehnenscheidenentzündungen (Tendosynovitis), Schleimbeutelentzündungen (Bursitis) oder eine Muskelentzündung (Myositis) können ernsthaften Knieprobleme werden.

Da das Knie auf der Vorderseite nur von wenig Bindegewebe und Haut bedeckt ist, kann es bei Stürzen zu Schürfwunder kommen. Durch diese können Keime, Bakterien, Viren oder Pilze ins Gelenk oder die Knochen eindringen und diese entzünden. Typisches Anzeichen für eine solche Entzündung ist eine deutliche Schwellung im Kniebereich.

Die Kniescheibe kann gesondert Erkrankungen, oft auch infolge von Unfällen. Zu diesen Erkrankungen gehört die springende Kniescheibe (Patellaluxation). Diese entsteht durch einen schwindenden Knorpel, wie er bei der Chondropathie vorkommt, aber auch durch die Larsen-Johansson-Krankheit bei Kindern (Entzündungsreaktion der Patellarsehne) oder beim Patellarspitzensyndrom (verändertes Sehnengewebe bei Erwachsenen). Auch bei Morbus Osgood-Schlatter (schmerzhafte Entzündung und Nekrosen am Schienbeinkopf und am Ansatz der Patellarsehne) kann es zur Instabilität und Schmerzen kommen.